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Ausbildung

ZFA-Ausbildung 2026: Alles was du wissen musst

Vollständiger Guide zur Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte: Voraussetzungen, Inhalte, Gehalt, Prüfungen und Karrierechancen.

10 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Mai 2026

Die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) ist eine der beliebtesten Gesundheitsausbildungen in Deutschland. Rund 15.000 neue Ausbildungsverträge werden jedes Jahr abgeschlossen – und die Nachfrage nach gut ausgebildeten ZFAs wächst stetig. Dieser Guide erklärt dir alles, was du vor der Bewerbung und während der Ausbildung wissen musst.

Ausbildung auf einen Blick

Dauer

3 Jahre (36 Monate)

Abschluss

Zahnmedizinische Fachangestellte (IHK-ähnlich, Zahnärztekammer)

Ø Ausbildungsgehalt

560–880 € (je nach Jahr und Bundesland)

Schulabschluss

Hauptschulabschluss (de facto meist Realschule)

Voraussetzungen für die ZFA-Ausbildung

Formal reicht ein Hauptschulabschluss aus. In der Praxis bewerben sich jedoch viele Kandidatinnen mit mittlerem Schulabschluss (Realschule, MSA, mittlere Reife). Zahnarztpraxen legen großen Wert auf:

Sozialkompetenz und Einfühlungsvermögen – du arbeitest täglich mit Patienten, die Angst haben
Handwerkliches Geschick – Instrumentenaufbereitung, Assistenz am Stuhl
Sorgfalt und Zuverlässigkeit – Hygiene- und Dokumentationspflichten sind kritisch
Kommunikationsfähigkeit – Telefon, Terminvergabe, Patientengespräche
Interesse an Medizin und Naturwissenschaften – Anatomie, Pharmakologie, Röntgen
Teamfähigkeit – enge Zusammenarbeit mit Zahnarzt und Praxisteam

Tipp: Mach vor deiner Bewerbung ein Praktikum in einer Zahnarztpraxis. Das zeigt echte Motivation und gibt dir Sicherheit, ob der Beruf zu dir passt. Viele Praxen stellen Praktikantinnen bevorzugt für die Ausbildung ein.

Was lernst du in der ZFA-Ausbildung?

Die Ausbildung ist im dualen System organisiert: praktische Ausbildung in der Zahnarztpraxis + theoretischer Unterricht an der Berufsschule. Die Lerninhalte sind im Ausbildungsrahmenplan der Zahnärztekammern festgelegt.

1. Lehrjahr
Praxisorganisation und Hygiene (Sterilisation, Aufbereitung)
Instrumentenkunde: Zahnarztinstrumente kennen und vorbereiten
Patientenempfang und Terminverwaltung
Grundlagen der Stuhlassistenz (Absaugen, Anreichen)
Berufsschule: Betriebslehre, Gesundheitslehre, Deutsch, Politik
2. Lehrjahr
Professionelle Stuhlassistenz bei verschiedenen Behandlungen
Prophylaxemaßnahmen (PZR unter Anleitung)
Röntgenassistenz (nach Röntgenschein-Kurs)
Grundlagen der Abrechnung (BEMA, GOZ)
Berufsschule: Fachkunde ZFA, Anatomie, Pharmakologie
3. Lehrjahr
Selbstständige Abrechnung (BEMA und GOZ vertiefen)
Praxismanagement und Qualitätssicherung
Vertiefung aller Behandlungsformen
Vorbereitung auf die Abschlussprüfung
Berufsschule: Prüfungsvorbereitung, Vertiefung aller Fächer

Ausbildungsgehalt: Was verdienst du?

Das Ausbildungsgehalt für ZFAs wird durch regionale Tarifverträge oder individuell zwischen Praxis und Auszubildender vereinbart. Es gibt keinen bundesweiten Mindest-Ausbildungslohn für ZFAs über dem gesetzlichen Mindestlohn.

LehrjahrBundesschnitt ca.Bayern/BW (Top)Ostdeutschland
1. Lehrjahr620 €720–750 €560–610 €
2. Lehrjahr680 €790–820 €610–650 €
3. Lehrjahr750 €850–880 €660–710 €

* Alle Angaben brutto/Monat. Manche Praxen zahlen freiwillig über Tarif oder bieten Zusatzleistungen (Fahrgeld, Essenszuschuss).

Zwischenprüfung und Abschlussprüfung

Während der Ausbildung absolvierst du zwei Prüfungen:

Zwischenprüfung

Am Ende des 2. Lehrjahres. Schriftliche Prüfung (90 Min.) zu Berufsschulthemen des 1. und 2. Lehrjahres. Keine Note auf dem Abschlusszeugnis – aber gute Vorbereitung für die Abschlussprüfung.

Zur Prüfungsvorbereitung

Abschlussprüfung

Am Ende des 3. Lehrjahres. Schriftliche Prüfung (Teil 1 + Teil 2) und praktische Prüfung. Themen: Abrechnung, Zahnheilkunde, Verwaltung, Hygiene. Bestehensschwelle: 50 % in jedem Teil.

Abschlussprüfung Guide

Karriere nach der Ausbildung: Was kommt als nächstes?

Mit dem ZFA-Abschluss stehen dir viele Wege offen. Das Gehalt steigt erheblich mit Fortbildungen:

ZFA (direkt nach Ausbildung)
Berufseinsteigerin mit 0–2 Jahren Erfahrung
2.100–2.600 €
ZMP – Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin
6-monatige Fortbildung bei der Zahnärztekammer
+15–25%
ZMV – Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin
6-monatige Fortbildung, Fokus Abrechnung und Verwaltung
+15–20%
DH – Dentalhygienikerin
2-jährige Vollzeit-Ausbildung an der Fachhochschule
+40–60%
Praxismanagerin / ZMF
Übernahme von Leitungsaufgaben in der Praxis
+20–35%

Häufige Fragen zur ZFA-Ausbildung

Welchen Schulabschluss brauche ich für die ZFA-Ausbildung?

Formal genügt ein Hauptschulabschluss, aber de facto stellen die meisten Zahnarztpraxen Bewerberinnen mit mittlerem Schulabschluss (Realschule, MSA) ein. Ein Abitur oder Fachabitur ist kein Nachteil, aber auch kein Muss. Entscheidend sind Sozialkompetenz, handwerkliches Geschick, Zuverlässigkeit und echtes Interesse an der Arbeit mit Menschen.

Was verdient man während der ZFA-Ausbildung?

Die Ausbildungsvergütung ist regional unterschiedlich. Im Schnitt: 1. Lehrjahr ca. 560–750 €, 2. Lehrjahr ca. 620–820 €, 3. Lehrjahr ca. 680–880 €. Bayern und Baden-Württemberg zahlen tendenziell am meisten, ostdeutsche Bundesländer etwas weniger. Manche Praxen zahlen freiwillig mehr.

Wie lange dauert die ZFA-Ausbildung und wie läuft sie ab?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre im dualen System: Du arbeitest in der Zahnarztpraxis (praktischer Teil) und besuchst parallel die Berufsschule (theoretischer Teil). Die Berufsschule findet je nach Bundesland ein- oder zweimal pro Woche statt oder als Blockunterricht.

Was sind die Aufgaben während der Ausbildung?

Im ersten Jahr lernst du Praxishygiene, Instrumentenkunde, Patientenempfang und die Grundlagen der Stuhlassistenz. Im zweiten Jahr kommen Prophylaxe, Röntgen (unter Aufsicht) und Abrechnung hinzu. Im dritten Jahr arbeitest du selbstständiger, vertiefst die Abrechnung (BEMA, GOZ) und bereitest dich auf die Abschlussprüfung vor.

Was passiert nach der Ausbildung? Welche Karrieremöglichkeiten gibt es?

Nach der Ausbildung bist du ZFA und kannst sofort als Fachkraft arbeiten. Karriereoptionen: ZMP (Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin, 6 Monate), ZMV (Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin, 6 Monate), DH (Dentalhygienikerin, 2 Jahre an Fachhochschule), Praxismanagerin. Mit Fortbildung steigerst du dein Gehalt um 15–60%.

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